Abzocke bei der Kleidersammlung

Veröffentlicht: 1. April 2009 von Sonja Greye in Allgemein
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Letzte Woche hatte ich erst wieder einen netten kleinen Wäschekorb direkt vor der Haustüre stehen. Dieser war versehen mit einem Handzettel, der zu einer Kleiderspende aufrief. Alles unter dem Deckmantel „Kinderhilfe e.V“, was natürlich einen karitativen Eindruck machte. Im Frühjahr mistet man ja gerne aus, wenn man da auch noch ganz bequem etwas Gutes tun kann…..super, denkt man sich.
So sah der Zettel aus:
wurfzettel

Dass die Kleidung in Altkleidersammelcontainern zu kommerziellen Zwecken gesammelt werden, wusste ich schon länger. Aber wie ist es mit diesen Sammlungen?

In meinem Fall heißt der Verein „Kinderhilfe e.V.“ Unter genau diesem Namen und mit diesem Logo konnte ich aber keinen Verein im Internet zuordnen. Das liegt daran, dass es den Verein entweder nicht gibt bzw. der Sammler ein anderer ist und sich nur einen wohltätigen Anstrich verpassen will.
Verkauf von Vereinsnamen
Gemeinnützige Vereine vermieten oder verkaufen kommerziellen Kleidersammlern Ihre Namen. Somit wird der Spender erstmal getäuscht, weil er in dem Glauben gelassen wird, Bedürftige bekämen seine Kleider als Spender. Dem ist aber nicht so. Hier wird sich noch an der Spende bereichert. Manche Sammler klauen sogar Namen bzw. denken sie sich einfach aus und betrügen die Leute.
Was passiert dann mit der Kleidung?
Diese wird an kommerzielle Kleidersammlungen verkauft und dann erstmal sortiert. Alles, was gut erhalten ist wird an Second-Hand Märkte verkauft. Teilweise in Deutschland aber auch vermehrt in Osteuropa und in Afrika. Hier wird die ursprüngliche Spende dann an die Bedürftigen verkauft. Nicht gut erhaltene Sachen kommen in den Reißwolf und werden für Autositze oder Matrazen verwendet. Von einer Spende für Bedürftige kann man hier also keinesfalls sprechen!

Woran erkenn ich, dass es sich um eine unseriöse Sammlung handelt? Generell sollte man stutzig werden, wenn keine komplette Anschrift und Beschreibung der Firma angegeben wird und ein karitativer Zweck angegeben wird, ohne auch hier weitere Angaben entnehmen zu können. Wenn man wirklich seine Kleidung bedürftigen spenden möchte, sollte man sich lieber direkt an Hilfsorganisationen bzw. Kleiderkammern wenden:
Kleiderkammer DRK

Generell ist auch nichts Verwerfliches daran, die Kleidung in eine kommerzielle Verwertung zu geben. Das Sortieren, Lagern und Transportieren der Kleidung kostet auch Geld, somit ist es auch legitim, dass hier die Kleidung verkauft wird. Allerdings sollte das von Anfang an für den Spender klar sein. Diese unseriösen Sammler beuten nicht nur die Hilfsbereitschaft der Menschen aus sondern betreiben auch noch unlauteren Wettbewerb.
Hier z.B. ein seriöser Sammler:
FairWertung

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