Tag der Arbeit, die Geschichte der Krawalle

Veröffentlicht: 1. Mai 2009 von Sonja Greye in Politik
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Heute ist der 1. Mai, oder auch Tag der Arbeit. Wie jedes Jahr gab es auch diesmal wieder Krawalle bei Maikundgebungen, vor allem in den größeren Städten.
Video zu den Krawallen

Viele randalieren scheinbar, weil es ihnen Spaß macht oder es einfach eben an diesem Tag für sie Brauch ist. Aber warum ist das so? Wie ist die Geschichte dieses „Brauchtums“?

In Deutschland ist der 1. Mai seit 1919 und dem Beschluss der Weimarer Nationalversammlung gesetzlicher Feiertag. Unter den Nationalsozialisten wurde der Tag 1933 als Nationalfeiertag und „Feiertag der normalen Arbeit“ deklariert. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der 1. Mai wieder zum normalen gesetzlichen Feiertag und seit den 80ern gibt es vor allem in Berlin Ausschreitungen.

1. Mai in Kreuzberg 180px-kreuzberg-ausschreitungen

1. Mai in Kreuzberg

Hier organisieren linksradikale Gruppen sogenannte Straßenfeste und Demonstrationen. Diese bleiben meist aber nicht friedlich sondern enden in Schlachten mit der Polizei und erheblichem Sachschaden, da diverse Fahrzeuge in Brand gesetzt werden oder andere Sachbeschädigungen begangen werden. Am 1. Mai 1987 artete dies in Berlin Kreuzberg dermaßen aus, dass sich die Polizei für einige Zeit zurück ziehen musste und dort für diese Zeit Anarchie herrschte. Ein Triumph für die Randalierer.

Dies alles geschieht unter dem Deckmantel des „Kampftages der Arbeiterklasse“. Tatsächlich hat der 1. Mai als Tag der Arbeiterbewegung eine sehr lange Geschichte, nicht nur in Deutschland.

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Dieses Bild zeigt Straßenkrawalle in Amerika 1886 , die sogenannten Haymarket Riots. Hier rief die amerikanische Arbeiterbewegung zum Streik und Demonstrationen auf, um den 8-Stunden Tag durchzusetzen. Dies alles fand auf dem Haymarket in Chicago statt und führte auch zu erheblichen Ausschreitungen. Nach Stürmung der Polizei wurde sogar eine Bombe gezündet, was zu einigen Toten führte.
Krawalle sind also keine Entwicklung unserer heutigen Zeit. Die damaligen Redelsführer wurden übrigens zum Tode verurteilt.

Es geht aber auch anders, nämlich friedlich. So haben diverse Gewerkschaften ihre Kundgebungen gestaltet, ohne sich Straßenschlachten mit der Polizei zu liefern. So bleibt meiner Meinung nach auch der eigentliche Grund, warum man am Tag der Arbeit auf die Straße geht, im Vordergrund. Nämlich, um auf die Belange der Arbeiterklasse aufmerksam zu machen. Diese standen dieses Jahr natürlich im Zeichen der Wirtschaftskrise, die ja jeder zu spüren bekommen hat. Weiterhin wurde auch gegen Rechtsextremismus friedlich demonstriert. Leider sind es immer wieder die Extremisten, egal welcher Lager, die den Sinn und Zweck eines solchen Tage komplett missverstehen und ihre geballte Aggression an der Umwelt auslassen wollen.
Wie man an der Geschichte sieht, wird sich daran aber wahrscheinlich leider nie etwas ändern.
Mehr dazu:
Mai Kundgebungen der Gewerkschaften
Maifeiertag

Kommentare
  1. kaviagratsel sagt:

    Sehr guter Beitrag. Wurde gerne noch weitere Informationen daruber erhalten.
    Besten Dank und gruss

  2. Pomplun sagt:

    Guter Beitrag weiter so !

    Gruß aus der Hauptstadt

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