Wie weit geht Pazifismus?

Veröffentlicht: 24. Januar 2010 von Sonja Greye in Politik
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Wir leben in einem Land, in dem glücklicherweise jeder Mensch nach dem Grundgesetz ein Recht auf unter anderem freie Meinungsäußerung und freie Entfaltung hat. Diese sind auch Bestandteil der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung, für die eigentlich jeder Bürger eintreten sollte. Diese lautet:

„Freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Art. 21 II GG ist eine Ordnung, die unter Ausschluss jeglicher Gewalt und Willkürherrschaft eine rechtsstaatliche Herrschaftsordnung auf der Grundlage der Selbstbestimmung des Volkes nach dem Willen der jeweiligen Mehrheit und der Freiheit und Gleichheit darstellt. Zu den grundlegenden Prinzipien dieser Ordnung sind mindestens zu rechnen: die Achtung vor den im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechten, vor allem vor dem Recht der Persönlichkeit auf Leben und freie Entfaltung, die Volkssouveränität, die Gewaltenteilung, die Verantwortlichkeit der Regierung, die Gesetzmäßigkeit der Verwaltung, die Unabhängigkeit der Gerichte, das Mehrparteienprinzip und die Chancengleichheit für alle politischen Parteien mit dem Recht auf verfassungsmäßige Bildung und Ausübung einer Opposition.“ BVerfGE 2, 1, 12

Jeder Soldat der deutschen Bundeswehr verpflichtet sich, für diese Grundordnung einzutreten und sie zu verteidigen, also auch die Grundrechte aller Bürger. Selbst, wenn diese den Soldaten und das Militär als Institution ablehnen.

Die folgenden Bilder, welche von der Deutschen Friedensgesellschaft oder auch DFG/BamM veröffentlicht wurden, gingen durch die Presse und sind auf deren Seiten zu finden.
Auf dem ersten Bild wird ein gefallener Soldat zu Grabe getragen. Der Satz „Die Bundeswehr auf dem richtigen Weg- Schritt zur Abrüstung- wieder einer weniger“ soll die Einstellung des Vereins verdeutlichen. Militär, Soldaten,  alles und jeder, der etwas damit zu tun hat, wird nicht nur abgelehnt und verurteilt sondern auf aggressive Art und Weise verhöhnt.

Kaum vorstellbar, wie sich eine Frau fühlen muss, deren Mann gefallen ist und diese Tatsache auf die Art und Weise verunglimpft wird. Und das von Menschen, die sich als Pazifisten bezeichnen und sich auf Rechte berufen, die von genau diesen Soldaten verteidigt werden sollen, die sie ja scheinbar so verarbscheuen.

Das nächste Bild ist eine Einladung zum „Schampussaufen am Ehrenmal der Bundeswehr“. Jeder gefallene Soldat sei es wert, dafür eine kleine Feier zu veranstalten.

Die angeblich pazifistischen Aktivisten wollen mit ihren Aktionen, laut eigener Aussagen, den Soldaten ins Herz treffen und der Truppe gezielt den Rückhalt aus der Gesellschaft nehmen, da diese ein schändliches Handwerk für eine schändliche Sache betrieben. Zu früheren Zeiten haben genau diese Menschen schon zu Störungen von öffentlichen Gelöbnissen und gezielten Gewaltakten gegenüber Soldaten aufgerufen. Auf Ihrer Internetseite sind einige Artikel zu finden, die die Aggressivität, den Hass und auf Grund der Formulierungen, den doch wohl mangelnden Intellekt des ein oder anderen Autoren widerspiegeln. Hier ein paar Ausszüge:

Jeder Frau eines Soldaten wünsche ich die Unfruchtbarkeit an den Hals

Wir wollen nicht die besseren StaatsbürgerInnen sein, sondern das Ansehen der BRD und ihrer Armee herabsetzen.

Soldatenschweine weihen Schandmal ein

BamM

Ein Mensch, der jegliche Gewalt ablehnt, darf Gewalt doch nicht für die eigenen Zwecke propagieren? Beleidigungen, Verhöhnungen, persönliche Angriffe und sogar der öffentliche Wunsch des Todes, des Gegenübers hat meiner Meinung nach nichts mehr mit einer Friedensbewegung sondern mit Gewalt pur zu tun. Aus den Zeilen der Aktivisten spricht nur Hass und Verbitterung.Woher diese Gefühle kommen, hat sich mir noch nicht ganz erschlossen und darüber kann wohl auch nur gemutmaßt werden. Meiner Meinung nach gehen diese Aktionen, Flugblätter und Aufrufe einfach zu weit. Egal wie die politische Einstellung ist, die Handlungen sollten niemals derart unsachlich werden. So macht man sich selbst unglaubwürdig, lächerlich und ist  nicht besser als das schlimmste Feindbild, das man sich gemalt hat.

Kommentare
  1. Tobias Claren sagt:

    Von dem „Schritt zur Abrüstung“ hätte ich gerne eine Sprühschblone (Tobias_Claren bei Live de)…..
    Aber eine solche, wo die dunklen Stellen geschützt, und die hellen offen sind (entgegen der üblichen Sprühschablonen für Farbe).
    So könnte man dieses Plakat mit einem Hochdruckreiniger in den Straßendreck reinigen.
    So wie hier gezeigt:
    http://teganmg.com/wp/reverse-graffiti/

    Ist nicht mal Sachbeschädigung.
    Die nächste von hier aus passende Lokalität ist die MAD-Kaserne in Köln. Besser geht es wohl nicht…..
    Und wenn ein paar Kettenhunde rauskommen, ist dies quasi ein Bonus.
    Denn der Bundeswehr ansehensschädigendes Verhalten von Waschbrettgesichtern würde natürlich umgehend bei YouTube landen.

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